Ende der Forschungsfreiheit? Hochschulpolitische und -rechtliche Implikationen der Drittmittelforschung

09. und 10. Dezember 2013, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die Sorge, private Drittmittel führten die Freiheit der Forschung an den Hochschulen in die babylonische Gefangenschaft von Unternehmensinteressen und die daraus resultierenden Berührungsängste zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gehören einer fernen Vergangenheit an. Seit langem ist die früher oft ängstliche Distanz einer engen Zusammenarbeit zwischen Privaten und Hochschulen gewichen; die Politik nimmt mit größter Selbstverständlichkeit die Erfolge in der Einwerbung von Drittmitteln zum Maßstab für die Bemessung staatlicher Finanzierung. Dennoch erleben wir bei der drittmittelfinanzierten Forschung die Renaissance einiger überwunden geglaubter Probleme:

Auf der einen Seite steht die Wiederbelebung des Kontrollparadigmas, abzulesen etwa an der Diskussion über die Einführung von Zivilklauseln zur Eindämmung von Forschungen, die als unethisch bewertet werden, an der öffentlich beworbenen Aufforderung, unliebsame Forschungsaktivitäten in Internetplattformen öffentlich zur Diskussion zu stellen oder an der erbitterten Auseinandersetzung über die Grenzen der Transparenz bei der Förderung von Forschungsprojekten und Stiftungslehrstühlen.

Auf der anderen Seite wächst die Sorge, dass der schleichende Rückzug des Staates aus der Hochschulfinanzierung und die Beschränkung der öffentlichen Forschungsförderung auf ausgewählte Forschungsgebiete die Einwerbung von Drittmitteln zur Kompensation der Finanzdefizite erzwingt. Dieser Prozess droht Abhängigkeiten zu produzieren, die im Extremfall die Freiheit der Forschung gefährden können.

Der dritte Problembereich hat ebenfalls eine lange Tradition: Wie ist im Bereich der Forschung das Nebeneinander von Hauptamt und Nebentätigkeit zu organisieren; welche rechtlichen Grenzen ziehen Normbereiche, die nicht primär der Forschungsfreiheit verpflichtet sind?

Ende der Forschungsfreiheit? Hochschulpolitische und -rechtliche Implikationen der Drittmittelforschung

Montag, 09. Dezember 2013

Moderation Dr. Stefan Schwartze
14.00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Matthias Schwarte, Prof. Ulf Pallme König,
Dr. Wiltrud Christine Radau
14.15 Uhr Entwicklung der Drittmittelforschung - Daten und statistische Grundlagen
Gerhard Vogt
Vortrag als PDF
15.15 Uhr Drittmittelforschung im Spannungsfeld zwischen Nebentätigkeit und Hauptamt
Dr. Martin Hellfeier
Vortrag als PDF
16.15 Uhr Kaffeepause
16.45 Uhr Wettbewerbsrecht/Strafrecht
Prof. Dr. Hans Kudlich
Vortrag als PDF
Handout als PDF
19.00 Uhr Gemeinsames Abendessen

 

 

Dienstag, 10. Dezember 2013

Moderation Dr. Wiltrud Chr. Radau
09.00 Uhr Lenkung der Forschung durch Drittmittelfinanzierung
(30-minütige Referate mit anschließender Diskussion)
- Prof. Dr. Klaus Gärditz
- Prof. Dr. Thomas Heinze
- Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Forschungsfreiheit und ihre mögliche Gefährdung im Rahmen der Drittmittelforschung
Dorothee Dzwonnek 
Vortrag als PDF
12.30 Uhr Ende der Veranstaltung und gemeinsamer Imbiss

Dr. Werner Jubelius
Kanzler der Fachhochschule Münster

Dr. Wiltrud Chr. Radau
Justitiarin beim Deutschen Hochschulverband

Marco Kupzig >>
Justitiar des Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam GFZ

Thomas A.H. Schöck
Kanzler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

Gerhard Vogt
ehem. Direktor beim Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker
Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer,
Fachhochschule Köln

Dorothee Dzwonnek
Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Prof. Dr. Klaus Gärditz
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn,
Lehrstuhl für öffentliches Recht

Prof. Dr. Thomas Heinze
Bergische Universität Wuppertal, Lehrstuhl für Organisationssoziologie

Dr. Martin Hellfeier
Deutscher Hochschulverband

Prof. Dr. Hans Kudlich
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie

Matthias Schwarte
Kanzler der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster

Gerhard Vogt
ehem. Direktor beim Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen

Tagungsort

Alexander-von-Humboldt-Haus
Hüfferstr. 61 | 48149 Münster
 

Anmeldung

Anmeldungen werden bis zum 22.11.2013 hier entgegengenommen.
 

Teilnahmebeitrag

200,- EUR
Die Teilnehmer/innen erhalten nach Abschluss der Veranstaltung
eine Rechnung. Im Falle einer Absage der Teilnahme wird eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 50,00 EUR erhoben, sofern kein/e Ersatz teilnehmer/in benannt wird.
 

Unterbringung

Es stehen Zimmerkontingente unter dem Stichwort „Wissenschaftsrecht“ zur Verfügung (alle Preise inkl. Frühstück)

Stadthotel Münster
Aegidiistr. 21
Tel. +49 (0) 251. 48 12 0
service@stadthotel-muenster.de
EZ 80,00 EUR
Option bis 04.11.2013

Hotel Überwasserhof
Überwasserstr. 2
Tel. +49 (0) 251. 41 77 0
info@ueberwasserhof.de
EZ 88,00 EUR
Option bis 07.10.2013

Mövenpick Hotel
Kardinal-von-Galen-Ring 65
Tel. +49 (0) 251. 89 02 0
hotel.muenster@moevenpick.com
EZ 116,50 EUR
Option bis 11.11.2013
 

Tagungssekretariat

Während der Tagung erfolgt eine Sekretariatsbetreuung in
den Tagungsräumlichkeiten: Tel. +49 (0) 171. 68 17 145